Bericht zur Rojava Soli Demo in Stuttgart am 5.12.15

SGT - Kopie

Am 5.12.15 fand eine Solidaritästdemo für Rojava in Stuttgart statt. Rojava ist eine selbstverwaltete Region in Nord Syrien, welche ein alternatives Gesellschaftsmodel zur kapitalistischen Gesellschaft darstellt. Wichtige Themen, wie beispielsweise die Rechte der Frauen und Aufnahme von Flüchtlingen, sind fest in einem sogenannten Gesellschaftsvertrag verankert.

Dies ist unter anderem ein Grund dafür warum Daesh (IS) diese Region angreift, da Rojava emanzipatorische Werte vertritt welche im Gegensatz zu dem reaktionären Weltbild von Daesh stehen.

Vor Ort gab es diverse Ansprachen, welche auf die momentane Situation in Rojava Bezug nahmen. Im Anschluss setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Viele kurdische AktivistInnen unterstützten die Demonstration des OTKM Stuttgarts und gaben ihr eine ganz eigene Energie. So waren an diesem Tag Demosprüche auf kurdisch, wie beispielsweise „Biji berxwedana rojava“ und „Biji serok apo“ zu hören. Diese wurden unter anderem ergänzt mit Forderungen wie: „Alle Besatzer, raus aus Kurdistan“ und „Solidarität mit Rojava, Weg mit dem Verbot der PKK“.

Am Ferdinand-Leitner-Steg, der über die Schillerstraße führt, zeigten Aktivisten ihre Unterstützung mit Transparent und Pyrotechnik. Die Polizei war davon sehr überrascht und lies es sich leider nicht nehmen diese Menschen zu verfolgen.

Die Demo war von seiten der TeilnehmerInnen die ganze Zeit friedlich und die DemonstrantInnen waren lautstark und gut gelaunt, trotz massiver Einschüchterungsversuche von seitens der Polizei. Der Demonstrationszug wurde mehrmals aus völlig unklaren und teils auch unsinnigen Gründen aufgehalten, einer davor war, dass die Polizei YPG Flaggen mit der in Deutschland verbotenen Flagge der PKK verwechselten und aufgrunde dessen die Demo wegen Zeigens von Verfassungsfeindlichen Symbolen stoppte. Die Polizei sollte in dieser Hinsicht definitiv noch einmal die Schulbank drücken, um solche peinlichen und unnötigen Störungen in Zukunft zu vermeiden, besser wäre es jedoch wenn das unhaltbare Verbot der PKK endlich wieder aufgehoben wird und es dadurch keine Rechtsgrundlage für diese Art der Repression mehr gibt. Die Demo wurde weiterhin ohne Grund bis zum Ende hin von allen Seiten abgefilmt, sowie von BFE Einheiten begleitet und bedrängt. Dies alles konnte den Demonstrationszug jedoch nur kurzzeitig bremsen, nach diesen erzwungenen Stopps ging es weiter bis zur Abschlusskundgebung. Auf dem Weg ließen es sich einige Passanten nicht nehmen ihre Solidarität gegenüber der Demonstration zu zeigen und solidarisierten sich mit dem Protest.

Bei der Abschlusskundgebung gab es noch eine abschließende Rede über Rojava und kurdische Musik die zum Tanzen einlud. Das Ende wurde leider von verschiedenen Repressionsmaßnahmen der Polizei stark getrübt, konnte jedoch nicht den positiven und kampfstarken Charakter der Demonstration überschatten.

Es wurde hier ein eindeutiges Zeichen für Rojava gesetzt, sowie der Bundeswehreinsatz in Syrien scharf verurteilt. Der antimilitaristische Aspekt der Demo war hier unverkennbar vorhanden.

Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.