Antikriegstag 2016

img_8852_webAm 1.9.2016 fand der Antikriegstag auch in Karlsruhe statt und das OTKM Karlsruhe begleitete diesen Tag mit einer Kunstaktion in der Innenstadt. Der Themenschwerpunkt lag dabei auf der Beteiligung deutscher Unternehmen und der Regierung an weltweit geführten Kriegen und Konflikte, die zahlreiche Menschen das Leben kosten. Aktivist*innen des OTKM übten sich dabei als blutverschmierten Leichen, die symbolisch für diese Opfer steht. Währenddessen erklärten
Aktivist*innen den zum Teil sichtlich schockierten Passant*innen und Polizeibehörden per Megafon, in welchen Konflikten Deutschland eine Rolle spielt beispielsweise Rüstungsexporte in Staaten, welche Oppositionelle unterdrücken oder der aus Rammstein koordinierte Drohnenkrieg. Nach Verlassen des Tatortes wurden diese noch sichtlich gemacht, damit auch später Menschen auf diesen Tag aufmerksam werden.

cqikmqtwyaeab9bNach der Kunstaktion schlossen wir uns an der Kundgebung, wobei ein Aktivist des OTKM eine Rede hielt, um auf die Verwicklungen zwischen Gaming-Szene und Bundeswehr, auch bezüglich des Auftretens der Bundeswehr bei der Gamescom, aufmerksam zu machen. Wir werden auch in Zukunft weiterhin über Krieg und Militarisierung aufklären und aktiv werden, denn eins wurde an diesem Tag deutlich: der Krieg beginnt hier und er muss ein Ende finden.

Redebeitrag vom OTKM Karlsruhe

Egal ob Wasserpistolen, Plastikschwerter oder Äxte aus Pappmaché – das können verstörende Waffen sein. Zumindest in den Augen der Organisatoren der Gamescom, der »Messe für interaktive Spiele und Unterhaltung« mit knapp 500.000 Besucher*innen in diesem Jahr.

Wer teilweise Wochenlang an seinen Fantasywaffen gebaut, gemalt und geklebt hatte, durfte diese bei der diesjährigen Gamescom vom 17. bis 21. August an der Garderobe abgeben oder sollte diese lieber gleich daheim lassen.

Laut Aussage der Organisator*innen könnten diese Waffen Besucher*innen, insbesondere Familien und Kinder, aber auch Anwohner*innen verängstigen. Das ist dann doch etwas verwunderlich, wenn gleichzeitig die Bundeswehr in Halle 10, dem Family- und Entertainmentbereich, wieder zur Rekrut*innen Gewinnung Stellung bezogen hatte. Wie auch bei anderen öffentlichen Auftritten betreibt die Bundeswehr hier Jahr für Jahr ein äußerst perfides Auftreten. Lud sie letztes Jahr noch zum gemeinsamen Fotoshooting mit Superhelden vor den eigenen Panzern, ging sie dieses Jahr noch einen Schritt weiter und warb mit eingekauften Youtube-Stars, die vor Panzern posierend ihren meist sehr jungen Fans ein äußerst einseitiges, locker, leichtes Erlebnis Gefühl, im Bezug auf die Bundeswehr gaben. Die Youtuber*innen teilten fleißig ihre positiven Erlebnisse über öffentliche Medien, wie Snapchat, welche vor allem 10-15 Jährige ansprechen und in denen ein kritisches Hinterfragen gar nicht möglich war oder keine Rückmeldung erfolgte. Das, trotz der groß angekündigten Transparenz der Bundeswehr.

Auf die Frage ob man damit nicht gerade auch vielen Kindern und Jugendlichen ungefiltert Informationen vorsetzen würde, antwortete das Bundesministerium für Verteidigung, dass dies eben bei jeder Öffentlichkeitsarbeit so wäre und nicht zu vermeiden sei.
Nun betreibt die Bundeswehr allerdings keine Normale Öffentlichkeitsarbeit, sondern wirbt mit Panzern, lächelnden Soldaten an Maschinengewehren und Action für den Krieg. Sie wirbt für eine Institution die tötet! Somit hat sie auf öffentlichen Veranstaltungen absolut nichts zu suchen. Gefahr geht nicht von grünen Trollen mit Schaumstoffkeulen oder Kriegerprinzessinen aus, sondern von der Propaganda der Bundeswehr!

Jedoch sind nicht nur am Stand der Bundeswehr Militär- und die Rüstungsindustrie vertreten. Gerade für Kriegsspiele arbeiten Spielehersteller und Waffenindustrie Hand in Hand. So werden dort oft Waffen verwendet, die es auch in der Realität gibt. Herstellerfirmen verlangen dann dafür Lizenzgebühren, dass ihre Waffen die durchschlagskräftigsten sind, oder dass ihre Waffen nur von den „Guten“ benutzt werden dürfen. Indirekt refinanziert man durch einen Kauf dieses Spiels dann die Waffenindustrie. In welchem Ausmaß dieser Austausch passiert ist sehr intransparent. Gerade für die USA ist das klassische Werbung – denn schließlich kann der Spieler diese Waffen in den USA frei im Handel erwerben.
Wenn man einen Blick in die Welt riskiert und sieht wie sich Kriege wieder ausbreiten, wie das Wettrüsten wieder an Bedeutung gewinnt, dann ist es unsere aller Aufgabe hier, den Akteur*innen und Profiteur*innen der Militär- und die Rüstungsindustrie entgegen zu treten, ihre Machenschaften aufzudecken und Widerstand dagegen zu leisten.

 

fregatte-karlsruhe.pdf

leopard2_rheinmetall.pdf

massaker_drohnen.pdf

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